Jacqueline Hainlein-Noack, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Schausteller e. V.

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest finde ich gut, weil das Fest eine schöne und lange Tradition hat, weil wir mehr solche Veranstaltungen brauchen sowie Plätze dafür und weil damit Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Die Arbeitsplätze sind mir ganz besonders wichtig. Ich bin in der 4. Generation im Schausteller-Geschäft tätig. Meine Urgroßeltern begannen das Schaugeschäft mit einer Schiffschaukel, die Großeltern hatten eine Schaubude, das familiäre Kettenkarussell betreibt mein Bruder weiter. Wir sind eine echte Berliner Familie aus dem Osten der Stadt. Meine Urgroßeltern und Großeltern, ebenso meine Eltern zogen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht in den Westteil der Stadt, als das noch möglich war, weil sie den Heimatbezirk nicht verlassen wollten.

So wurde ich dann 1962 in der DDR geboren. Nach der Schulzeit begann ich im Betrieb meines Vaters zu arbeiten und blieb im Gewerbe bis heute. Da ich während der Schulzeit im Teichmannchor in Potsdam gesungen habe, war meine Stimme gut geschult auch für die Ansagen und Verkäufe auf dem Festgelände.  Ich heiratete 1980 Olaf Wollenschläger und unser Sohn Patrick wurde geboren. Die Ehe wurde geschieden nach der Verurteilung meines Ehemannes wegen Republikflucht. 1986 wurde meine Tochter Denise geboren, mit deren Vater ich damals zusammenlebte. 1989 machte ich mich selbstständig. Ich wurde auch Bildungsbeauftragte im deutschen Schaustellerbund (BERID), bis der sich zu einer Organisation der Fachberaterschaft entwickelte. Mein Partner, der Vater von Denise, baute sich ein Fahrgeschäft auf, und wir heirateten dann 2002. Leider ist er 2011 ganz plötzlich gestorben.

Aber die Geschäfte im Schaustellerbereich mussten weiter laufen. Ich habe alles übernommen, damit es weiter laufen kann. Ich habe heute immer noch zwei Firmen, und mein Sohn hat auch eine eigene. Die Buchführung für alle drei Firmen liegt in meiner Hand.

Den Vorsitz im IBBS e. V. habe ich übernommen, weil ich der Meinung bin, dass in der sich ständig ändernden Welt auch die Welt der Schausteller sich ändern muss. An diesem Entwicklungsprozess  beteilige ich mich, denn wer sich nicht rührt, geht unter.